Dolmetscher

Dolmetschen heißt nicht Übersetzen

Zwischen Dolmetschen und dem reinen Übersetzen besteht ein ganz deutlicher Unterschied. Nämlich der, dass der Dolmetscher recht flexibel sein. Er hat nämlich keinen Text vorliegen, anhand von dem er sich konzentrieren kann beim Verständlichmachen von dem was derjenige, für den er dolmetscht, sagt.

Das Dolmetschen geht zurück auch bis kurz nach der Entstehung der Sprache. Und dies war vor ca. 100.000 Jahren. Allerdings ist kein Zeitpunkt bekannt, an dem zum ersten Mal gedolmetscht wurde. Die ersten Hinweise auf das Dolmetschen finden sich in Ägypten, später wurde das Dolmetschen in Griechenland und Rom üblich. Denn diese Völker eroberten andere Länder, in denen anders gesprochen wurde. Um sich mit den Unterworfenen zu verständigen mussten einige deren Sprache erlernen.

In diesem Zusammenhang darf im Übrigen darüber spekuliert werden, ob denn wirklich immer alles korrekt übersetzt wurde bzw. nicht. Vielleicht hätte sich ja manche Verwicklung verhindern lassen, wenn eine ordentliche Übersetzung dessen vorhanden war, was die Gegner wirklich gewollt hatten.

Heute wird das Dolmetschen immer noch betrieben als Verständigung zwischen Menschen verschiedener Sprachkulturen. Doch mit dem Unterschied, dass diese Gespräche heute aufgezeichnet werden können, so dass immer wieder nachvollziehbar ist, ob denn wirklich der Dolmetscher auch das übersetzt hat in die jeweilige Sprache, was eine Partei sagte.

Heute wird das Dolmetschen im Übrigen nur noch dort eingesetzt, wo es unbedingt von Nöten ist. Im Zuge der Globalisierung hat man sich nämlich auf die englische Sprache geeinigt. Das heißt in Politik und Wirtschaft sollte heute jeder die Englische Sprache beherrschen. Nur Sprachen, die ausschließlich auf dem afrikanischen Kontinent gesprochen werden oder in Asien werden häufig bei Treffen zwischen Geschäftspartnern oder Politikern, aber auch auf ganz privater Ebene durch Dolmetscher begleitet.

Weit verbreitet ist heute das Dolmetschen über Multimedia, bei denen die aufeinandertreffenden Menschen, die unterschiedliche Sprachen sprechen einen Knopf im Ohr haben und darüber die Übersetzung des gesprochenen Wortes um einige Sekunden verzögert hören. Die Dolmetscher sitzen hierfür in Dolmetschkabinen, weit ab vom eigentlichen Geschehen. Üblich ist aber auch noch das sogenannte „Flüster-Dolmetschen“. Hierbei steht der Dolmetscher neben demjenigen, der das gesprochene Wort übersetzt bekommt.